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Kaffee fertig oder auch: Nicht jeder Tag ist ein Sonnentag…

Hier war es ruhig eine kleine Weile, nicht weil ich den Blog über hatte, sondern weil mein Privatleben ein wenig durcheinander gewirbelt wurde. Mitte Juni verstarb plötzlich mein Opa (wir wussten es würde irgendwann passieren, aber die Geschwindigkeit, in der es dann passierte, war doch unerwartet). Ich hatte keine Lust zu nähen… keine Lust Fotos zu bearbeiten und hatte andererseits auch so viel um die Ohren, dass ans Bloggen gar nicht zu denken war.Wenn jemand in der Familie stirbt - Kinder und der Umgang mit dem Tod
Für die Kinder war es die erste richtige Berührung mit dem Tod, und besonders meinem Großen ging dieses Thema ziemlich nahe. Auch ich bin noch immer aufgewühlt und hab in den letzten Woche viele Kräfte gelassen. In den letzten Tagen aber entstand der Wunsch, dass ich über dieses Thema ein wenig schreiben möchte, sozusagen als Bogen, als Brücke zurück zum Alltag. Ich kann mir zudem vorstellen, dass es vielleicht sogar den ein oder anderen interessiert, wie wir mit dem Thema Tod und Trauern umgegangen sind… insbesondere in Bezug mit den Kindern.
Wenn jemand in der Familie stirbt - Kinder und der Umgang mit dem Tod
Der Plan war anfangs, dass die Kinder wie gewohnt in Kindergarten und Schule gehen sollten, wir glaubten die Ablenkung & Routine täte Ihnen gut. Jedoch stellte sich am Abend des ersten Schultages heraus, dass dies Vorgehen nicht für all unsere 3 Kinder optimal war. Von daher bleibt der Große in den folgenden Tagen zu Hause und wir beschäftigten uns viel mit ihm. Zudem war uns wichtig das er sich zusammen mit uns mit dem Thema Sterben auseinander setze. Wir erklärten ihm, das die Seele in den Himmel wandert und der Körper unter die Erde.

Hilfreich war auch das Buch, das meine Schwester vor ein paar Jahren illustriert hatte: „Lea, Opa und das Himmelsklavier *. Denn obwohl ich sonst immer all ihre Bücher den Kindern vorlese, hatten wir diesem Titel eher weniger Beachtung geschenkt. Es ist halt ein Buch, das man genau in so einen Moment braucht wie wir ihn jetzt hatten, was aber sonst vielleicht nicht der „Lesestoff“ zum Einschlafen ist.
Wenn jemand in der Familie stirbt - Kinder und der Umgang mit dem TodIn dem Buch stirbt ebenfalls der Großvater und die Enkelin findet mittels einem Klavier eine Möglichkeit, ihre Trauer zu verarbeiten. Überhaupt hilft „Lea, Opa und das Himmelsklavier“ * das Thema Tod kindergerecht zu vermitteln. Wie gesagt, ich war wirklich froh, dass wir dies Buch hier bereits stehen hatten und wir haben es in den letzten Wochen öfters gelesen.

Wenn jemand in der Familie stirbt - Kinder und der Umgang mit dem TodIm Fall meines Großvaters war es aber nicht eine Sargbeerdigung (wie in dem Buch), sondern eine Urnenbeisetzung. Das machte das Thema noch etwas schwieriger und ich bin ganz ehrlich, auch in meinen Kopf geht die Vorstellung nicht wirklich rein, dass mein Opa… dem ich bei meinen Besuchen immer freudestrahlend die Treppe hochrief: „Kaffeeee feeeeeertig“, jetzt nur noch Asche ist.  Den Kindern haben wir einfach versucht der Seele mehr Bedeutung zuzusprechen… und die ist ja jetzt im Himmel.

Wenn jemand in der Familie stirbt - Kinder und der Umgang mit dem TodZur Trauerfeier dann nahm ich aber keines der Kinder mit. Der Große wollte eh nicht und für die 2 Anderen haben wir uns als Eltern dagegen entschieden.

Da ich es aber als wichtig erachtete, dass wir das Thema Tod für die Kinder auch irgendwie zu einem „Ende“ bringen mussten, fuhren wir alle dann zu eigentlichen Beisetzung. Und da diese im engsten Kreise stattfinden sollte, war da auch genug Raum, um auf die Kinder einzugehen. Zuvor besuchten wir noch mit allen 3 – umrahmt von einem großen Spaziergang mit Hund – den Friedhof hier im Ort. So hatten sie die Möglichkeit, sich mit Gräbern in einer unpersönlichen Atmosphäre auseinander zu setzen (meine Großeltern wohnen 3h Fahrt entfernt von hier). Ich selbst mochte als Kind gerne mit meiner Oma zum Friedhof gehen… ich fand die kleinen Gärten so toll. Und ähnlich erging es meinen Jungs. Neugierig betrachteten sie Gräber, Grabsteine und Inschriften. Es kam keine gedrückte Stimmung bei diesem Ausflug auf, sondern half wie erhofft, das Thema Tod aufzuarbeiten.
Wenn jemand in der Familie stirbt - Kinder und der Umgang mit dem TodUnd als es dann Anfang dieser Woche zur eigentlichen Urnenbeisetzung kam, war ich einfach nur mächtig stolz auf meine 3. Sie waren so lieb, machten keine Späße, hörten der Pastorin zu und trösteten die Oma.

Wenn jemand in der Familie stirbt - Kinder und der Umgang mit dem Tod
Und wie Lea in dem Buch „Lea, Opa und das Himmelsklavier“ Noten gen Himmel schickte, so schickten unsere 3 auf dem Friedhof viele Seifenblasen hoch zu Opa. Und als mein Großer dann meinte: „Weißt du was Mama, wir pusten die Seifenblasen jetzt überall hin, damit alle die hier liegen was Schönes haben“.. da wars um mich geschehen.Wenn jemand in der Familie stirbt - Kinder und der Umgang mit dem Tod„Kaffeeee feeeeeertig“ werde ich dir jetzt nicht mehr zurufen können Opa, aber die Erinnerung daran… die wird immer bleiben! Das war für uns beide immer was Besonderes und so wird es auch in Zukunft für mich sein!

Wenn jemand in der Familie stirbt - Kinder und der Umgang mit dem Tod
* = Affiliate oder WerbeLink (Links die nicht mit * versehen sind verweisen auf persönliche Webseitenempfehlungen. Dies können auch Webshops etc. sein. Aber ich erhalte in diesem Fall keine Vergütung oder Ähnliches.).

6 thoughts on “Kaffee fertig oder auch: Nicht jeder Tag ist ein Sonnentag…

  1. Liebe Christiane,
    Mein herzliches Beileid, das Buch und die Vorgehensweise von euch hört sich gut an. Der Tod komm oft unverhofft, da war es ja gut, dass ihr dank des Buches gewappet ward.
    Ich wünsche viel Kraft.
    Liebe Grüße,
    Petra

  2. Liebe Christiane
    Stefanie war 3 Jahre als mein Schwiegervater starb. Ich hatte noch nicht viel Erfahrung mit Kindern und Beerdigungen, so nahm ich sie mit in die katholische Kirche.
    Mitten in der der Andacht sagte Stefanie dann (ziemlich laut) „Mama da ist Jesus“ holt er jetzt Opa ab?
    nachdem viele böse Blicke spontan auf mich gerichtet waren, nahm ich mein Kind auf den Arm und ging leise aus der Andacht raus.
    Am Grab warf dann jeder Familienangehörige eine Rose auf den Sarg, nur Stefanie nicht. „Opa ist gar nicht da unten, sondern bei den Engeln und ich lege die Rose neben das Grab, dann kann er sie wenigstens sehen“ so Stefanie.

    Zu einer (katholischen) Beerdigung habe ich nie wieder ein Kind mitgenommen.
    Behalte Deine schönen Erinnerungen an Deinen Opa.
    lg Christiana

    1. Danke für deine lieben Worte Christiana und schade das du so schlechte Erfahrungen gemacht hast.

      Ganz liebe Grüße (auch an deine Mädels) Christiane

  3. Die Szene mit den Seifenblasen stelle ich mir sehr schön vor. Ich freue mich, dass Du für Deine Kinder einen Weg gefunden hast, mit dem Tod vom lieben Uropa umzugehen. Dein Verlust tut mir leid!
    Herzlichst, Kerstin

    1. Vielen lieben Dank Kerstin für deine lieben Worte. Von der Idee mit den Seifenblasen bin ich selbst noch immer begeistert…. die hat sich für uns als wirklich perfekt herausgestellt. Gut wenn man eine Mama hat, die genau auf sowas kommt.

      Ganz liebe Grüße
      Christiane

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