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Hätte ich vorher gewusst, dass es mich an die 48h kostet…. (Werbung)

….. dann hätte ich es wohl trotzdem gemacht =D…. und meinen Mann von diesem Wissen nichts erzählt (sonst hätte er mir vielleicht nicht so freiwillig immer mal wieder abends die Kinder abgenommen *lach*).

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Schuld an diesem „Nähprojekt“ war die Zeitung  „Pretty Patches“ (gibt es nur auf englisch), die ich bereits im Januar in einer Bahnhofsbuchhandlung in Frankfurt erworben habe. Dieses Magazin ist einfach nur ein Traum. Und obwohl mich bis dahin das Thema Quilten und Patchen eher wenig interessierte, war ich von der Zeitung einfach nur begeistert. Hin und weg sozusagen.

Insbesondere das Thema „English Paper Piecing“ faszinierte mich. Ich nahm mir also fest vor, irgendwann werde ich das auch einmal machen =).

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Dann kam das Nähcamp im März und mit dem Nähcamp die Goodie-Bag von Smilla-Berlin. Das Fat Quarter Bundle in dieser „Tüte“ war genau mein Ding… und irgendwie auch wie ein Wink mit dem Zaunpfahl. Wie gemacht für ein Quiltingprojekt.

paperpiecing10Daher überlegte ich nicht lange und druckte sofort nach der Heimfahrt zwei „Hexi“ Bögen aus. Größe: 4cm… die Seitenlänge wie ich fälschlicherweise annahm =D… 4cm war jedoch die Querlänge… Sprich ich hatte 2 Hexibögen à 2cm Seitenlänge ausgedruckt. Urghs!

Aber statt einfach 2 neue Bögen auszudrucken, dachte ich – naiv wie ich war – dann soll es halt so sein und ich arbeite mit 2cm Seitenlänge Hexagons… so viel schwerer kann das ja wohl nicht sein…… Gesagt, getan und mehrfach später darüber nur den Kopf geschüttelt.

Ich schnitt also alle Papierhexies aus und schnitt mir die ersten Stoffe zu. Zusätzlich zu den 5 Stoffen aus dem Fat Quarter Paket verwendete ich noch einen Baumwollstoff aus meinem Fundus, der perfekt dazu harmonierte. Um ein wenig Zeit zu „sparen“ (später ist man klüger ^^), entschied ich mich für das ungenaue Zuschneiden der Stoffstücke. Einfache Quadrate reichten mir. Andere arbeiten z.b. mit hexaförmigen Zuschnitten, die dann einfach nur etwas größer sind als die Papierzuschnitte.PaperpiecingJedes Hexagon wurde dann mit dem Stoff umheftet. Dabei musste man extrem darauf achten, dass die Papierstücke im Inneren nicht umgeknickt werden. Die Hexi’s sollten ja am Ende alle gleich sein. Anfangs heftete ich einfach wild drauf los. Es wurde der Stoff genommen, der mir gerade in den Sinn kam. Ich sollte vielleicht noch hinzufügen: Beim Start des Projektes wusste ich nur, es sollte was aus Hexies werden, was genau war mir aber noch nicht klar…

paperpiecing1Nach dem Heften der Einzelnen Hexis mussten diese nun zusammengenäht werden. Per Hand versteht sich… ach upsala… falls ihr es noch nicht mitbekommen habt… es handelt sich um ein Handnähprojekt =D. Dass es Blumen werden würden, stand schon beim Durchblättern der Zeitung im Januar fest. Die sahen einfach zu hübsch aus.

Um die mit Stoff „ummantelten“ Papierstückchen miteinander zu verbinden, werden diese einfach rechts auf rechts gelegt (siehe Bild oben) und per Hand an einer Seite zusammen genäht.
paperpiecing2Sind die ersten beiden Teile miteinander verbunden, dann nimmt man sich das nächste Stück und verbindet es ebenfalls an dieses Konstrukt. Ich habe z.B. erst alles um den Mittelpunkt herum genäht und dann die Blütenblätter untereinander verbunden. So geht man Blume für Blume vor (diese Methode hat sich bei mir bewährt… also erst einmal alle 5 Blumen für sich zusammengenäht). Nachdem ich von jedem Stoff eine Blume hatte, wurden diese von mir zu einem Muster zusammengelegt…. tja… zu diesem Zeitpunkt bin ich noch davon ausgegangen, dass es ein kleines Ordnungstäschen (dieser Plan entstand während des Enstehungsprozesses der ersten Blume) wird. Daher habe ich mir da noch nicht so viel Gedanken um Muster und Optik gemacht. Ich war sogar so gut „drauf“, dass ich die nächsten 5 Blumen separat in einem anderen Muster zusammen genäht habe… dumme Idee… ganz dumme Idee…. 6h (also 3 Abende) allein gingen drauf für diese ganz, ganz dumme Idee.
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Denn mein „Zielgedanke“ schwenkte plötzlich um. Ich hatte so viel Arbeit in diese Blumen gesteckt (eine Blume kostet mich 1,5-2h, liegt aber auch daran, dass man erst Erfahrung sammeln muss… von daher sind 48h Gesamtzeit wohl auch etwas untertrieben… unterschätzt nicht das Zuschneiden, das Heften, das Zusammennähen und…. das Auftrennen…. dazu gleich mehr), dass mir eine einfache Ordnertasche einfach zu nichtsagend war. Insbesondere, da sie dem Blumenmuster nie gerecht werden würde… im günstigsten Fall wären 2 Blumen komplett sichtbar gewesen und der Rest nur in Teilen…. dafür steckte mir dann doch zu viel Fummelei in diesem Projekt.
paperpiecing5Daher entschied ich vor cirka 2 Wochen: das Ganze wird ein Kissen. Zudem noch gequiltet =D. Darum durfte ich dann auch das 2te Pack an 5er Blümchen wieder voneinander trennen *grummel*… schließlich sollte das Muster großflächig dann doch das Gleiche sein…

Und wo wir gerade wieder bei „trennen“ sind. Wenn man ein Hexi komplett umnäht hat, also 6 weitere Hexies damit verbunden sind, dann kann man die Heftung dieses Mittelteilchens wieder auftrennen und dann das Papierstückchen entnehmen. Später soll das Ganze ja auch waschbar sein und nach dem Zusammennähen mit den anderen Hexies besteht ja auch kein Bedarf mehr an dem Papier (der Grund um mit dem Papier zu arbeiten: so kann man wunderbar Stoff in Form zusammennähen. Die Hexiform bleibt so perfekt erhalten.) In meinem Falle war das Auftrennen zwischendurch sogar bitter nötig, weil ich gar nicht genug Papierschablonen für mich zugeschnitten hatte und natürlich viel zu faul war, diesen Zustand zu ändern. Papierhexies wurden bei diesem Projekt 3-4 mal verwendet (und sind jetzt müllreif). Auf den beiden Fotos, die diesen Textabschnitt umrahmen, könnt ihr einmal die Rückseite geheftet (Bild oben) und einmal die Rückseite ungeheftet mit zurückgeschnittenen Stoff sehen (Bild unten). Die Zeit, die man dafür benötigt, sollte man nicht fälschlicherweise zu gering einschätzen =D.
paperpiecing4Nachdem ich das letzte Hexi angenäht habe, stieß ich einen Freudensschrei aus ^^;… Das war wie eine Befreiung. „Geschafft“… und „erst mal nicht so schnell wieder“… waren dabei meine Gedanken.
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Die restliche Arbeit war dann auch eigentlich ein Kinderspiel. Wobei ich vor dem Quilten echt großen Respekt hatte. Instagram fütterte mich mit Quiltmusterinspirationen (am Ende wurde es dann aber doch was vollkommen spontanes) und dann ging es auch schon los.

Passend für meine Kissengröße schnitt ich noch ein Vlies (H650) zu und als Unterstoff wählte ich den gleichen Stoff wie für die Rückseite vom Kissen.
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Mit einem Bügeleisen wurden diese 3 Schichten dann erst einmal verbunden. Das fixierte nicht nur die Stoffe, sondern schaffte auch eine Sicherheit für die Rückseite meines Patchworkkissenvorderteils (verhindert das Ausfransen).
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Zusätzlich habe ich vor dem eigentlichen Quilten auch diese 3er Lage noch einmal ringsherum mit einen Einfachstich fixiert.

paperpiecing13Und nach dem Fixieren kam auch gleich der erste Quiltschritt. Mit Quiltfuß versteht sich. Den hatte ich vorher noch nie genutzt, aber wow… tolles Teilchen =D. Ich sollte eigentlich mal alle meine Nähmaschinenfüße ausprobieren und das nicht erst machen, wenn ich es wirklich brauche.
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Wie gesagt entstand die Musteridee dann ganz spontan und auch etwas aus der Not heraus. Denn den Markierer, der beim Bügeln wieder verschwindet, findet man nicht so einfach in deutschen Stoffgeschäften *grummel*. Auch Kreidestifte konnte ich hier nicht wirklich nutzen. Der Weiße war nicht wirklich zu sehen und bei dem Blauen hatte ich zu große Angst, dass es später Rückstände geben wird.
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Daher habe ich einfach die Nahtlinien als „Stütze“ genommen und diese gedanklich verlängert. Da ich zudem das Blumenmuster nicht all zu sehr zerstören wollte, wurde nicht jede Naht entlang genäht, sondern nur jede 1,5 Naht =). Und fertig ist schon ein Quiltmuster =)… easy peasy… wenn ich im Nachhinein so darüber nachdenke.
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Die Diamanten, die so entstanden sind, gefallen mir wirklich ausgesprochen gut =). Sie zerstören nicht die Blumenoptik, sondern durchbrechen sie nur. Und je nachdem wem oder was man mehr Beachtung schenkt (dem Stoffmuster oder dem Quiltmuster), entsteht so ein vollkommen neuer Eindruck .paperpiecing14aDas Kissen gehört natürlich nach all den Strapazen nur mir alleine =D. Sogar einen Wachhund habe ich dafür engagiert =).

paperpiecingwachhundDer Rest der Familie darf es sich nur anschauen… naja und ab und zu ausleihen… oder auch mal mehr oder auch nur so ähnlich =). Jedenfalls ist das Kissen absolut Rumstauglich und zur Zeit mein Lieblingsteil im Haus =).

Uff… so und nun mal ehrlich… wer hat sich durch den Text gekämpft *lach*? Aber ich hoffe, ihr verzeiht mir. Wer so lange mit einem Projekt kämpft, der will dann auch alles ganz genau zeigen. Und vielleicht konnte ich mit der schon fast kleinen Anleitung jemanden neugierig auf das englische Paperpiecing machen. Meine Empfehlung dafür nur: Fangt nicht mit 2cm Seitenlänge Hexies an ^^:. Zum Beschnuppern dieser Technik eignen sich größere Hexiformate bestimmt besser. Ich jedenfalls habe teilweise sogar meinen PC nicht mehr beachtet (und das soll was heißen… daher hier auch so wenige Posts in der letzten Zeit), weil ich jede freie Minute (und die gibt es ja nicht so viel bei 3 Kindern) auf dem Sofa beim Handnähen verbracht habe. Aber was ich mit Bestimmtheit sagen kann: Hexies nähen macht Spaß und das war bestimmt nicht mein letztes Projekt. Eine Patchworkdecke daraus (aus größeren Hexies versteht sich ^^;) muss traumhaft sein. Na mal sehen.  Für Reisen, kuschelige Sofaabende ist Handnähen auf jedenfall eine tolle Ergänzung zum Maschinenähen. Danke noch mal an Smilla Berlin und an Gütermann für dieses tolle Stoff Bundle. Ich hab mich wirklich, wirklich mega darüber gefreut.

  • Schnittmuster: Eigenkreation =).
  • Stoffe: Smilla Berlin: Ring a Rose Fat Quarter violett/weiß von Gütermann, weißer Baumwollstoff mit Blümchen “Stofffundus”
  • Hashtags: #smillaberlin #fatquarter #hexies #hexagon #hexi #quilten #patchwork #handnähen #lilleluett #fabric #stoff #gütermann #kissen #blumen #paperpiecing #englishpaperpiecing
  • Verlinkt: Rums & Tophills Kissenparty 2015

17 Kommentare

2 Pings

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  1. Sandra

    Wow, meinen allergrößten Respekt! Das hätte ich nicht geschafft und wäre gescheitert. Aber es sieht wirklich toll aus. Da meine Kinder noch nicht soviel Respekt Dingen gegenüber aufbringen können lasse ich sowas vorerst bleiben. Und Handnähen schreckt mich en wenig ab -versuche immer auch Knöpfe mit der Maschine anzunähen 🙂

    Genieß dein Kissen – liebe Grüße von Sandra

  2. Pe-Twin-kel

    Wow, ich habe auch bis zum Schluss gelesen und bin begeistert, da kannst du echt stolz auf dich sein, das Kissen ist ein Traum.
    Liebe Grüße,
    Petra

  3. Steffi

    Hach ist das schöne, jede Minute Arbeit hat sich wirklich sehr gelohnt. Das hätte ich wohl auch gern auf meiner Couch ❤️

    Liebe Grüße
    Steffi

  4. Colle

    So ein tolles Kissen. Da musst Du auch einen Wachhund für anstellen;-)
    Wirklich sehr, sehr schön geworden!
    Liebe Grüße
    Colle

    1. Lillelütt (C.D.)

      Ich bin wirklich gespannt wann der erste Schokofleck bzw. Nutellefleck auf dem Kissen zu finden ist. Kinder sind manchmal doch schneller vom Tisch aufgesprungen als man denkt =D. Danke für dein liebes Kommentar!

      Christiane

  5. Mmikesch

    Wow, das Kissen sieht wirklich super toll aus! Ich habe diese Technik auch erst vor kurzem entdeckt, aber noch nicht ausprobiert. Nach deiner Beschreibung (ja, iich habe den gesamten Text gelesen ;)) juckt es mir nun wieder deutlich in den Fingern, es auszuprobieren ;). Liebe Grüße, Mmikesch

    1. Lillelütt (C.D.)

      Mach es, mach es ^^; Fang es einfach an und die Chance das du süchtig wirst ist enorm =D.

      Liebe Grüße
      Christiane

  6. die Selbermacherin

    Sehr schön!
    Das ist echt eine Mega Arbeit!!!
    Mein Handnähprojekt liegt irgendwie als Ufo hier *hüstel*
    Ganz lieben Dank auch noch für deinen netten Kommentar!!
    fuchsige Grüße
    Susanne

    1. Lillelütt (C.D.)

      Danke für deinen Gegenbesuch und dein liebes Kommentar. Dein Fuchskissen war aber auch einfach nur Hammer!

      Liebe Grüße
      Christiane

  7. JUDY

    Die schönen Hexagon-Nähereien hab ich schon oft bewundert. Aber es war mir schon immer klar und jetzt ist es mir noch klarer: Nichts für mich! Respekt für diese Wahnsinnsarbeit! Dein Kissen ist echt was Besonderes!
    LG Judy

    1. Lillelütt (C.D.)

      So schlimm ist es gar nicht ^^;. Wenn man nicht unter Zeitdruck steht ist das wahrscheinlich sogar eine sehr schön entspannte Beschäftigung für den ein oder anderen Abend. Aber möchte man etwas schnell fertig haben (ich hatte mir als Ziel halt Ende Mai gestetzt) dann kann es schon in Stress ausarten. Danke für dein liebes Kommentar.

  8. Anne

    Ich hab bis zu Ende gelesen :D. Das Kissen ist wirklich superschön geworden!

    1. Lillelütt (C.D.)

      Vielen Dank Anne =D

  9. Sandra Sonnenburg

    Alle Achtung, was für eine Fleißarbeit!
    Aber es hat sich wirklich gelohnt!
    Lg
    Sandra

    1. Lillelütt (C.D.)

      DAAAAAAANKE =D

  10. Ellen Lippke

    Ein tolles Kissen ! Da hat sich die Mühe doch gelohnt !
    LG Ellen

    1. Lillelütt (C.D.)

      Vielen Dank für dein Kompliment =D.

  1. Rollingstone Block alla Lillelütt »

    […] Piecing Methode mache (besonders stolz bin ich da auf meine EPP Hexagon Baby Patchworkdecke oder mein Kissen aus Mini Hexagons).„Richtiges“ Patchworken an der Nähmaschine hingegen habe ich bisher nur mit Jersey […]

  2. Knopflochphobie überwunden – check »

    […] gerade durch das Nähen meines Englisch Paper Piecing Kissens habe ich auch Baumwolle lieben gelernt. Es gibt einfach sooooooooooooooo viele Stoffe die gibt es […]

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